Was ein Sammler mich gelehrt hat
Vor ein paar Wochen wurde ich neugierig. Ich fragte mich, wo meine Kunstwerke heute eigentlich leben. Nicht im Atelier, nicht auf einem Foto in meinem Shop, sondern draußen, in echten Wohnungen und Häusern, im Alltag von Menschen, die ich zum Teil nie persönlich getroffen habe.
Mir ist aufgefallen, dass ich das noch nie geteilt habe. Also dachte ich, ich starte einfach mal eine kleine Galerie. Eine Sammlung, die zeigt, wo meine Werke ihren Platz gefunden haben. Ich fasste mir ein Herz und schrieb meine Sammlerinnen und Sammler an, mit einer einfachen Bitte. Schickt mir doch ein Foto von eurem Werk an seinem neuen Platz.
Es hat mir wieder gezeigt, was für wunderbare Menschen meine Sammler sind, denn 10 von ihnen haben sofort geantwortet.
Doch eine Rückmeldung hat mich neu denken lassen.
Ein Sammler schrieb mir etwas, über das ich vorher nie nachgedacht hatte. Seine Kinder fragen immer wieder nach dem Kunstwerk an der Wand. Er hatte sich damals bewusst für ein Werk entschieden, das nicht auf den ersten Blick offensichtlich christlich ist. Und genau deshalb liebt er es.
Das war ein ganz neuer Gedanke für mich. Dass ein Werk zu einer Tür werden kann, durch die ein Vater mit seinen Kindern über Gott ins Gespräch kommt. Dass meine Kunst nicht offensichtlich christlich sein muss, um von Gott zu erzählen. Sie hängt einfach da, und wartet auf die Frage eines Kindes.
Genau dafür male ich. Für die Momente, die ich nie sehen werde, und die trotzdem geschehen, in einem Wohnzimmer, das ich nie betreten habe 🤍